Nach dem 3-Prozent-Abschlag droht der Hilfsmittelversorgung innerhalb kürzester Zeit die nächste massive Belastung: Im Rahmen der aktuellen Sparmaßnahmen für die gesetzliche Krankenversicherung steht eine Wiedereinführung von Ausschreibungen in der Hilfsmittelversorgung zur Diskussion.

Bereits im Oktober sollen im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages hierzu die Weichen gestellt werden.

Für uns ist klar: Eine Rückkehr zu Ausschreibungen wäre der falsche Weg.

Wir wissen, wohin Ausschreibungen führen

Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, welche Risiken Ausschreibungen für eine hochwertige, individuelle und wohnortnahe Hilfsmittelversorgung mit sich bringen.

Ausschreibungen verschärfen einseitig den Preiswettbewerb und erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf die Versorgung weiter. Beratung, individuelle Anpassung, Hausbesuche, kurzfristige Hilfe und qualifizierte Ansprechpartner vor Ort lassen sich aber nicht auf den niedrigsten Preis reduzieren.

Die Folgen der früheren Ausschreibungspraxis waren erhebliche Qualitätseinbußen und Versorgungsprobleme zulasten der Patientinnen und Patienten. Auch Versuche, diesen Problemen durch festgeschriebene Qualitätskriterien zu begegnen, waren nicht erfolgreich. Aus guten Gründen hat der Gesetzgeber die Ausschreibungspraxis deshalb 2019 beendet.

Diese Fehler dürfen sich nicht wiederholen.

Hinzu kommt: Die Hilfsmittelversorgung wird durch die aktuellen Sparmaßnahmen und insbesondere den 3-Prozent-Abschlag bereits erheblich belastet. Eine zusätzliche Wiedereinführung von Ausschreibungen würde den Druck auf Betriebe, Beschäftigte und wohnortnahe Versorgungsstrukturen weiter erhöhen.

Jetzt kommt es auf uns alle an!

Die nächsten Tage sind entscheidend. Deshalb ruft Wir versorgen Deutschland (WvD) Betriebe und Beschäftigte in der Hilfsmittelversorgung dazu auf, sich direkt an die Mitglieder der Regierungsfraktionen im Gesundheitsausschuss zu wenden.

Machen Sie deutlich, was eine Rückkehr zu Ausschreibungen für Ihren Betrieb, Ihren Arbeitsplatz und vor allem für die Versorgung der Patientinnen und Patienten vor Ort bedeuten würde.

Je mehr Betriebe und Beschäftigte sich jetzt zu Wort melden, desto sichtbarer wird, welche Folgen diese Entscheidung für die Hilfsmittelversorgung hätte.

So können Sie aktiv werden

Aktionsunterlagen

→ Aktionsschreiben für Betriebe herunterladen

→ Aktionsschreiben für Beschäftigte herunterladen

→ Kontaktdaten der Mitglieder der Regierungsfraktionen im Gesundheitsausschuss

Wir stellen Ihnen zwei Aktionsschreiben als Vorlage zur Verfügung:

Für Inhaberinnen und Inhaber von Betrieben: 
Nutzen Sie unser Aktionsschreiben, ergänzen Sie Ihre persönlichen Angaben und senden Sie es an die Mitglieder der Regierungsfraktionen im Gesundheitsausschuss.

Für Beschäftigte in der Hilfsmittelversorgung
Auch Ihre Stimme als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt. Nutzen Sie die dafür vorbereitete Vorlage, ergänzen sie Ihre persönlichen Angaben und senden Sie es an die Mitglieder der Regierungsfraktionen im Gesundheitsausschuss.

Sie können die Schreiben gerne individuell anpassen und um persönliche Worte ergänzen. Achten Sie dabei aber immer auf einen angemessen Tonfall.

Bitte versenden Sie die Schreiben kurzfristig, da die zentralen Entscheidungen bereits ab der kommenden Woche anstehen. Jede Stimme aus der Versorgung macht sichtbar, was hierbei auf dem Spiel steht.

Gemeinsam gegen die Rückkehr zu Ausschreibungen

Wir brauchen keine Rückkehr zu einem Instrument, dessen Probleme aus der Vergangenheit bekannt sind. Wir brauchen echte Strukturreformen: weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung und verlässliche Rahmenbedingungen für eine hochwertige und wirtschaftliche Hilfsmittelversorgung.

Nach dem 3-Prozent-Abschlag darf nicht innerhalb kürzester Zeit der nächste massive Einschnitt folgen.

Werden Sie jetzt aktiv. Schreiben Sie den Abgeordneten. Machen Sie deutlich, was auf dem Spiel steht.

Stoppen wir gemeinsam die erneute Einführung von Ausschreibungen in der Hilfsmittelversorgung!